Die amerikanische Botschaft in Frankfurt a.M.

Für einen kurzen Moment freute ich mich über eine Gastfamilie, war ich doch endlich ausgesucht worden! Das ganze Jahr wurde auf einen Schlag noch viel realer als es sowieso schon war. Ich konnte es kaum erwarten, diesen DIN A4 Umschlag, den meine Mutter mir da entgegenhielt, zu öffnen und auf den GoogleMaps-Auschschnitt zu starren. Dann die Bilder der Menschen zu sehen, die mich für ein Jahr bei sich aufnehmen würden, und die ich dann letztendlich natürlich sofort googlen würde (genau wie den Bundesstaat in dem sie leben).

Leider war mir im nächsten Moment dann auch schon klar, dass meine beste Freundin sofort Alarm geschlagen hätte, wenn mein Name nicht mehr auf der im Internet veröffentlichten Liste mit angehenden Austauschschülern zum Aussuchen stünde. Wäre mein Name dort nicht mehr zu finden, würde der Brief mit den Informationen vielleicht noch 3 bis 4 Tage auf sich warten lassen.

Aber die Enttäuschung wurde noch größer als ich den Brief dann tatsächlich öffnete.  Etwa 5 Blätter mit furchtbar offiziellen Dokumenten brachte ich aus dem Umschlag hervor. DS-2019. Das Anschreiben von AYUSA. Anweisungen was jetzt zu tun sei. Ich konnte damit nun wirklich so gut wie nichts anfangen. Aber irgendwie und irgendwann musste ich das Visum dann doch beantragen.

Mithilfe der von AYUSA gestellten Ausfüllhilfe aus dem Internet schaffte ich es irgendwie mich gemeinsam mit meiner Mutter durch das DS-160 und die Bezahlung der SEVIS-Gebühr hindurchkämpfen. Nachdem wir dann zweimal einen halben Tag plus die Zeit zwei Visumsfotos machen zu lassen (das erste war zu groß, daher an alle, die auch ein Auslandsjahr machen wollen: achtet genau auf die Bestimmungen was dieses Foto angeht und auch wenn es nicht in den Unterlagen von eurer Organisation (es ist wirklich besser mit Organisation zu fahren) steht, informiert euch über die maximale Größe der elektronischen Version!) investiert hatten, konnten wir auch endlich den gefürchteten Termin bei der amerikanischen Botschaft in Frankfurt machen.

Mir hatten zwar mehrere Menschen gesagt, dass dieser Termin etwas vollkommen unpersönliches sei und man auf gar keinen Fall nervös sein müsse, aber wie das nunmal ist, war ich natürlich ganz furchtbar aufgeregt. Sie hatten natürlich alle Recht. Ich bin ohne Probleme durch die Kontrolle gegangen und dann von einem Schalter zum Nächsten. Das sogenannte Interview (natürlich auf Englisch) beschränkte sich auf drei Fragen:

  1. Warum möchtest du in die Vereingiten Staaten?

Da ich immernoch nervös war fiel mir nichts besseres ein als:  Um die Kultur und Menschen kennzulernen.

  1. Weißt du schon wo genau du hinkommst?

In meinem Fall war das ein klares Nein.

  1. Wo würdest du denn am liebsten hin?

Ich denke, die Frau hinter der Glasscheibe hat mich das nur aus Mitleid gefragt. Das änderte nur leider nichts daran, dass ich sagte: Einfach irgendwohin.

Mein Reisepass und der Rest meiner Unterlagen wurde einbehalten und würde mir mit der Post zugestellt werden. Ich konnte gehen. Wieder draußen hatte sich die Aufregung noch immer nicht gelegt und erst nach einer kleinen Shoppingtour durch Frankfurt wurde ich mir bewusst, dass es damit noch etwas gäbe, worum ich mir keine weiteren Gedanken zu machen bräuchte.

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