Meine Ankunft und das eigentliche Ankommen

Ich bin vor etwas über zwei Wochen hier angekommen. Seit drei Wochen bin ich jetzt in den USA. Und in der kurzen Zeit war ich schon in fünf verschiedenen Staaten:
Im Hotel in New Jersey,
In New York,
Am Flughafen in Chicago, Illinois,
Bei meiner Gastfamilie in Michigan                                        und
Bei den „Outlets“ in Indiana.

 

Am Flughafen in New York angekommen haben wir drei, die mit demselben Flugzeug nach Chicago fliegen sollten, erst mal unser Gate gesucht und dann dort aufs Boarding gewartet. Währenddessen sind wir auf drei weitere Austauschschüler (von anderen Organisationen) getroffen, die auch mit uns fliegen würden. Der Flug an sich war für mich eine Mischung aus Spaß und unglaublicher Nervosität, denn ich saß mit zwei der anderen in der Reihe mit den Notausgängen, was bedeutete, dass wir hätten helfen müssen, falls irgendetwas passiert wäre, wovor ich nun wirklich Angst hatte!

In Chicago war das Sich-Zurecht-Finden gar nicht so schwer wie erwartet. Im Flugzeug wurden wir bereits gefragt, ob man uns weiterhelfen könne was das Umsteigen in Chicago anginge. Konnte man natürlich, schließlich waren wir alle unter 18 und ich musste auch noch den Terminal wechseln. Aber ich hab mein Gate gefunden und habe dann dort eine Stunde lesend auf mein Boarding gewartet. Zumindest eine Weile lang, denn schließlich hatte ich nicht geschlafen und das Adrenalin war inzwischen auch verflogen also wurden meine Lider immer schwerer und es kam immer öfter vor, dass mein nach vorne –oder hinten- kippender Kopf mein unnormal lange blinzelndes Auge öffnete. Kurz und viel einfacher: Ich bin das ein ums andere Mal eingeschlafen, bis die Panik, ich könnte meinen Flug verpassen überhand gewonnen hat und ich aufgestanden bin.
Im Flugzeug hatte ich immer noch Angst nicht rechtzeitig aufzuwachen, verschlief aber trotzdem den gesamten Start. Danach hatte ich dann den ersten Augenblick seit der Nacht vor meinem Abflug in dem ich wirklich nachdenken konnte. Ich hatte nichts zu tun war durch niemanden abgelenkt und hätte beinahe geweint, wenn ich nicht gewusst hätte, dass die Stewardess dann komisch gucken und mich fragen würde was los sei. Und das ich auf Englisch hätte antworten müssen… Wir kamen in Muskegon an und ich verließ das Flugzeug, unsicher wo ich mein Gepäck würde holen müssen. Unglaublicherweise war der Flughafen so klein, dass ich zuerst meiner Gastfamilie begegnete.

Meine Gastmutter und meine zwei Gastschwestern nahmen mich sofort herzlich in den Arm. Ich hatte mich leider noch nicht ganz von dem Nachdenkmoment im Flugzeug erholt und so flossen die ersten Tränen seit meiner Abschiedsfeier über mein Gesicht.

Nach ein paar Schwierigkeiten mit dem Gepäck fuhren wir zu Subway. Was mir wirklich gut tat, ich musste schließlich mein Frühstück am New Yorker Flughafen ziemlich ungegessen wegschmeißen und in Chicago hatte ich mich einfach nicht getraut mir irgendwo essen zu holen. Wir aßen zu Hause und nachdem ich ausgepackt hatte wollte ich dann auch ein Schläfchen machen um beim Abendessen um sechs dann wieder fit zu sein. Ich habe mich um 3 hingelegt.

Um 8 Uhr wachte ich nach 17 Stunden Schlaf wieder auf.

 

Ich möchte jetzt nicht zu jedem bereits vergangenen Tag furchtbar viel schreiben also fass ich mich kurz:
Nachdem ich Sonntag aufgewacht bin ist recht wenig passiert bis wir abends mit der ältesten Schwester und dem Bruder meiner Gastmutter gegessen haben. Davor sind Hailey, Brooklynn (meine Gastschwestern) und ich uns nur Eis holen gegangen.

Zum Montag muss ich allerdings wieder etwas mehr schreiben:
Montag hatte ich Geburtstag. Und nachdem ich Sonntagabend während Grease eingeschlafen bin und mich danach sofort schlafen gelegt habe, hat Hailey den Flur vor meinem Zimmer mit Ballons dekoriert. Auch oben in der Küche waren ein paar Ballons. Da ich erst den zweiten Tag bei meiner Gastfamilie war, hatte ich mit gar nichts gerechnet und hab mich extrem über die Deko gefreut. Außerdem hatte meine Gastfamilie mir sogar Geschenke besorgt! Ein T-Shirt von meiner High School und ein Sweatshirt auf dem hinten sogar mein Nachname draufsteht!
Leider mussten wir dann in die Schule um unsere Fotos gemacht zu bekommen. Es hat etwas länger gedauert als erwartet, denn meine und Timeas Papiere sind vorher nicht bei der Schule angekommen.
Wieder Zuhause angekommen, haben wir eigentlich nur ferngesehen (es kommt selten einmal vor, dass wir nicht fersehen xD ). Zum Abendessen gab es Lasagne und später Cookiecake, das Beste, was die Welt kulinarisch zu bieten hat. Cookiecake ist nichts anderes als ein riesiger Chocolat Chip Cookie mit Frosting darauf. Danach haben Hailey und ich etwas eingeleitet, was inzwischen schon eine Art Tradition geworden ist, da unser Tag fast immer damit endet/ anfängt: Wir haben bis zwei Uhr nachts „Friends“ geguckt. Inzwischen bin ich der Überzeugung das amerikanische Fernsehprogramm verstanden zu haben: man kann quasi rund um die Uhr irgendwo „friends“ schauen!

Die restliche Zeit bisher bestand vor allem aus Fernsehen und Haileys Freunde treffen. Die ganze „Gang“ ist total nett und ich fühl mich bei ihnen angenommen und gemocht. Zwischendurch sind wir auch nach Michigan City zu den Outlets gefahren und ich habe Klamotten für $118 gekauft, die normalerweise ohne Sale $226 gekostet hätte. Insgesamt gingen die Ferien leider viel zu schnell um.

Denn heute war der erste Schultag.

 

 

Inzwischen habe ich das Gefühl gut angekommen zu sein. Ich habe weiterhin Kontakt zu meinen Freunden in Deutschland und obwohl ich immer noch deutsche Bücher lese bereitet mir die Sprache keinerlei Probleme. Obwohl ich mich manchmal dabei ertappe, deutsch zu sprechen. Meistens erkenn ich das erst an Haileys verdutztem Gesicht, das klar zeigt, dass sie nicht die geringste Ahnung hat was ich gesagt habe. Auch habe ich ab und zu leichte Kopfschmerzen, was laut meiner Gastmutter ganz normal für Austauschschüler ist, da das Gehirn so viel mit dem Übersetzen zu tun hat. Meine Gedanken wechseln zwischen deutsch und englisch aber daran bin ich inzwischen gewöhnt (es war nicht anders bevor ich in die USA kam). Was ich jetzt noch tun muss, ist mich an den alltäglischen Zur-Schule-Gehen-Trott zu gewöhnen. Dann bin ich ganz hier. Und damit genau da, wo ich jetzt gerade sein will.

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